Vernetzt im sozialen Raum

Hier finden Sie gute Ideen zum Thema vernetzt im sozialen Raum.

Vernetzt im sozialen Raum

„Kirche im Netzwerk pastoraler Orte und Ereignisse“

Präsentation des Forschungsprojektes zum Prozess „Kirche am Ort –Kirche an vielen Orten gestalten“

In einer Vorlesung am Lehrstuhl für Pastoraltheologie von Professor Michael Schüssler in Tübingen präsentierte Tobias Dera die Ergebnisse seiner „Tiefenbohrung“: Untersucht wurde am Beispiel einer Seelsorgeeinheit, wie sich Kirche als Netzwerk und Kirche als Organisation zueinander verhalten. Es geht um die „doing-church“ an vielen Orten in, neben, hinter oder zwischen den organisierten Orten von Kirche.

Die Ergebnisse sind einerseits ernüchternd, andererseits hilfreich für die weitere Kirchenentwicklung. Denn Kirche ist angewiesen auf beides, auf die Organisation und auf die Netzwerke.

Aber die eingespielten Abläufe und organisationalen Notwendigkeiten gewinnen oft die Oberhand. So entsteht ein Graben zwischen dem organisierten Ort der Kirchengemeinde und den Erfahrungsorten der Menschen, so dass diese mit der Kirche nicht mehr verbinden können, was an ihren Lebensorten alles geschieht: Die Organisation Kirche verliert an Lebensrelevanz.

Die Untersuchung zeigt, dass der Prozess „Kirche am Ort – Kirche an vielen Orten“ eine Kirchenentwicklung angestoßen hat, die nach dem Prozess weitergeht. Die Richtung wird noch deutlicher: hin zu einer neuen Balance von Organisation und Netzwerk, von verfasster Kirche und fluiden Beziehungen, in denen sich das Evangelium an vielen Orten und immer wieder neu ereignet.

 (Christiane Bundschuh-Schramm)

Den gesamten Text von Frau Bundschuh-Schramm finden Sie hier 

Der Forschungsbericht steht im Netz unter: http://hdl.handle.net/10900/94969

 

Wie sieht's aus in der Seelsorgeeinheit Ravensburg-West?

"Wie sieht's aus?" - Das ist das Motto der kommenden Kirchengemeinderatswahl 2020. Unter dieser Fragestellung stellen wir in den kommenden Monaten Beispiele von guten Kirchenentwicklungen vor:

Menschenfreundlich, originell, multikulturell und offen – dafür steht das Familienzentrum „MOMOs Welt“ in Ravensburg. Hier wird Integration großgeschrieben und ganz praktisch angegangen. Es ist ein Kooperationsprojekt der Stadt Ravensburg, der Gesamtkirchengemeinde Ravensburg und der Kirchengemeinde zur Heiligen Dreifaltigkeit. Die beiden letzten sind gleichzeitig auch die Träger der Einrichtung. Wir waren einen Nachmittag lang mit der Videokamera in "MOMOs Welt" dabei.

Wie sieht's aus in der Seelsorgeeinheit Meckenbeuren?

"Wie sieht's aus?" - Das ist das Motto der kommenden Kirchengemeinderatswahl 2020. Unter dieser Fragestellung stellen wir in den kommenden Monaten Beispiele von guten Kirchenentwicklungen vor:

Nachts in eine Kirche gehen? Oder sogar in zwei? In der Seelsorgeeinheit Meckenbeuren geht das bereits schon zum 6. Mal. Die Idee hinter diesem ökumenischen Konzept: sich gemeinsam als Kirche zur präsentieren. Einen ganzen Abend lang gibt es Impulse, Gebete und die Möglichkeit zur Begegnung. Aber damit nicht genug - in der SE Meckenbeuren gibt es noch vieles mehr zu entdecken! Hört einfach rein!

Wie sieht's aus in der Seelsorgeeinheit Marchtal?

"Wie sieht's aus?" - Das ist das Motto der kommenden Kirchengemeinderatswahl 2020. Unter dieser Fragestellung stellen wir in den kommenden Monaten Beispiele von guten Kirchenentwicklungen vor:

Kirchenentwicklung in einer ländlichen Seelsorgeeinheit - sich untereinander und nach außen vernetzen
Beispiel: netzwerken mit einem Motorradclub heißt, verschieden sein, geben und nehmen, einander vertrauen und ein gemeinsames Ziel verfolgen

Umsonstladen "unbezahlbar"

Kommen - Bringen - Holen

Von der Vase über Bettwäsche bis zur Brotmaschine nehmen wir fast alles, was gebrauchsbereit und in Ordnung ist. Jeder darf Ware bringen oder holen.

Der Umsonstladen bietet die Möglichkeit Dinge, die man nicht mehr benötigt, abzugeben und neue Lieblingsstücke zu erwerben.  

Durch die Weiterverwendung der Ware trägt der Umsonstladen zur Nachhaltigkeit bei, indem weniger weggeworfen wird, weniger neue Ware produziert werden muss und Ressourcen geschont werden. All dies ist gepaart mit dem ehrenamtlichen Engagement der Mitarbeiter/innen einfach "unbezahlbar".

Der Umsonstladen ist ein Projekt der Katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus in Aalen - Wasseralfingen.

https://se-wasseralfingen-hofen.drs.de/gruppen-und-verbaende/in-st-stephanus-wasseralfingen/umsonstladen-unbezahlbar.html

 

Repaircafé Horb

acht Partner – eine Idee

→ kirchliche und kommunale Partner, kirchliche und gesellschaftliche Verbände vernetzen sich im sozialen 

     Raum

Im Repaircafé unterstützen ehrenamtliche Reparateure die Besucher dabei, Defekte an mitgebrachten Gebrauchsgegenständen zu untersuchen und im besten Falle gemeinsam zu reparieren. Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. 

https://www.reparatur-initiativen.de/repaircafe-horb

 

 

Kirchlicher Quartiersbeauftragter in Schwäbisch Gmünd

in Kooperation mit der SE Schwäbisch Gmünd Mitte und der Caritas

Seit Januar 2019 arbeitet ein Quartiersbeauftragter in einem kleinen Quartier an der Aalener Straße. "Da muss etwas passieren!" zeigten die Erfahrungen von monatlichen Besuchen in den 60 Wohneinheiten, wo hauptsächlich Wohnsitzlose und Flüchtlinge untergebracht werden. 

Projektziele:

-Kontakt mit den Bewohnern des Quartiers aufnehmen.
-Menschen des Quartiers untereinander und mit den angrenzenden Stadtteilen vernetzen.
-Unterstützungsbedarf erheben und Unterstützungsangebote vermitteln.
-Diakonisch Kirche sein.

 

Vesperkirchen

Foto: Vesperkirche Horb, A. Wicker

Ein Hoch auf die Netzwerke!

Landauf, landab öffnen sie derzeit wieder ihre Pforten: die Vesperkirchen.

Ökumenisch, katholisch oder evangelisch - immer aber in einer beispilehaften Vernetzung verschiedenster Partner zugunsten von Menschen im Lebensraum rund um die Kirchtürme am Ort.

Inzwsichen ist das guter Standard geworden: Initiativen, Gesundheitsberatung, Ämter, engaierte Bürgerinnen und Bürger helfen zusammen, damit die äußere und innere Kälte in dieser Jahreszeit einer Wärme weicht, die nicht nur Bedürftige erreicht, sondern alle.

So geht #anvielenorten ...

 

Balinger Tafel

Tafelladen - so geht's in Balingen

 

... damit Christsein Hand und Fuß bekommt

BEGEGNUNGS-Cafe in Murrhardt

"Wir sind ein christlich-soziales Projekt auf ehrenamtlicher Basis...."
http://murrhardt.kircheoberesmurrtal.de/html/begegnungscafe.html

 

Von Ballkleidern, Winterjacken und ganz viel Hilfe

Das Kleiderstüble in Remseck

Etwas verloren hängt es da: Das blaue Ballkleid in zartem Blau, bodenlang, tiefer Ausschnitt. „Das hängt schon länger hier“, sagt Irmgard Eichinger. Kein Wunder: Irmgard Eichinger verkauft ihre Second-Hand-Sachen im Kleiderstüble in Remseck vor allem an solche, die nicht auf Bälle gehen: Flüchtlinge und Arme in der Region. Die Hausfrau ist seit 30 Jahren im Kirchengemeinderat der katholischen Kirchengemeinde Hochberg. Sie betreibt mit Frau Hüppop und 10 Helfern seit 20 Jahren das Kleiderstüble und sie weiß: „Die Frau Professor kommt eben nicht zu uns.“

Angefangen hat das Kleiderstüble als die Flüchtlinge des Jugoslawienkriegs nach Deutschland kamen. Seit Mitte 2015 sind es wieder Flüchtlinge, die billige Kleidung suchen, vor allem Kinderkleidung, aber auch Haushaltssachen und Rucksäcke, kurz: alles was man tragen kann. „Es ist der Wahnsinn, was hier alles abgegeben wird“, sagt Irmgard Eichinger. „Deshalb haben wir ganz, ganz kleine Preise.“ Flüchtlinge, die zum ersten Mal kommen, bekommen einen Satz Kleidung umsonst. Dann kostet etwa die gefütterte, anthrazitfarbene Winterjacke drei Euro, eine Hose zwei, ein Hemd ein Euro. Der Erlös des Kleiderstübles geht an soziale Projekte in der Gegend.

Seit die Flüchtlingswelle auch Baden-Württemberg erfasst hat, ist auch die Hilfsbereitschaft der Menschen gewachsen. Jeder Ort ringsum hat seine Flüchtlinge, doch ist die Zahl noch relativ überschaubar, sagt Irmgard Eichinger. 50-60 sind es in Neckargröningen und genauso viele in Aldingen. „Wir haben sehr viele, die auch im Alltag der Flüchtlinge helfen wollen“, sagt sie, „bei Arztbesuchen, dem Ausfüllen von Formularen oder bei der Kinderbetreuung.“ Die Flüchtlingshilfe klappt hier sehr gut, dank der vielen Ehrenamtlichen.

„Wenn ich Not sehe, dann muss ich einfach helfen“, sagt Irmgard Eichinger. „Das war schon früher so.“ Früher, da war sie in der Jugendarbeit tätig. Jetzt sind es die Senioren, um die sie sich kümmert. Sie besucht die Alten, wenn sie krank sind, oder beim Geburtstag. Das gehört für sie zum christlichen Glaube dazu: Dass man für andere da ist, im Bereich des Möglichen, betont die Rentnerin. Jetzt sind es die Flüchtlinge, die in Not sind und die Hilfe brauchen. Zum Glück: Viele packen mit an, wenn Irmgard Eichinger selbst bei ihrer Arbeit Hilfe braucht.

Fast wäre vor ein paar Tagen sogar das blaue Ballkleid gekauft worden, erzählt Irmgard Eichinger. 10 Euro sollte es kosten, doch die Frau, die sich dafür interessierte, wollte es dann doch nicht anprobieren. Schade, das schöne Stück wird wohl noch einige Zeit auf eine neue Besitzerin warten müssen und dann wahrscheinlich noch länger auf den passenden Anlass. Auch wenn alles andere schnell den Besitzer wechselt, Ballkleider sind im Kleiderstüble in Remseck nun mal ein Ladenhüter.

KiFa – Kirche und Familie in der Seelsorgeeinheit „Oberes Nagoldtal“

Ein Team aus 13 Familien bietet Familien im Raum der Seelsorgeeinheit ein breites Angebot verschiedener Möglichkeiten der Begegnung. Dabei ist es wichtig, dass die Familien eigene Ideen einbringen und ausprobieren. Kooperationen mit Partnern aus dem Sozialraum finden an unterschiedlichen Stellen statt, z.B. mit der Stadt, mit der VHS, der keb, kirchlichen und städtischen Kitas, Evang. Kirchengemeinden.

 

Beispiele:
- Angeleitete Spielgruppe als Angebot der Familienbildung
- in Kooperation mit dem Kinderbüro: Kurse für Leiterinnen von angeleiteten Spielgruppen
- Angebote der Eltern- und Familienbildung mit der VHS und keb, z.B. im Herbst 2018 zum Schwerpunktthema „Jungen“: Vortrag, Lesung für Väter, Boys-Day
- „Heute hat Papa Zeit“ – Vatertag auf dem städtischen Freizeitgelände in Mötzingen
- Kreativangebote durch das Jahr
- Angebote im Rahmen des Sommerferienprogramms der Stadt
- Kar- und Ostertage für Familien sowie zu anderen Kirchenjahreszeiten
- Puppentheater

 

Kirche und Tourismus

Mit der touristischen Brille den eigenen kirchlichen Ort wahrnehmen

Leitfragen dazu:

Wenn wir unsere Gebäude, spirituellen Besonderheiten, Veranstaltungen, etc. mit der touristischen Brille anschauen, was haben wir da zu bieten?
Und wenn wir was zu bieten haben: Wie und mit wem vernetzen wir uns, dass Touristen/innen es erfahren?

Auf diesen Internetseiten sind z.B. einige Projekte im Rahmen von Kirche am Ort entstanden:

https://kirche-tourismus-bw.de/
und
www.kirche-allgaeu.de

Vor allem ist es wichtig, sich bei touristischen  Angeboten zu vernetzen, also die schöne Kirche, den Pilgerweg, den Sinngarten auf den Veröffentlichungen und Homepages der Kommunen zu platzieren, denn die Touristen schauen dort.

 

Glühwein trifft Evangelium

Die Hütte auf dem Weihnachtsmarkt erinnert mit etwas Fantasie an den Stall von Bethlehem. Das ist aber eher Zufall als Absicht. Absicht dagegen ist, dass Frauen und Männer aus den Vaihinger katholischen und evangelischen Gemeinden den Stand als festen Bestandteil ihrer kirchlichen Arbeit sehen.

Elisabeth Dörrer-Bernhardt ist Pastoralreferentin und Sinnsucherin. Dahinter verbirgt sich eine Gruppe, die Wege sucht mit Menschen in Kontakt zu kommen, die nicht klassischerweise in einer Gemeinde beheimatet sind. In diesem Jahr zu Weihnachten verteilt Elisabeth Dörrer-Bernhardt bunte Kärtchen. Darauf sind kurze Impulse gedruckt: Weihnachten ist ein Geheimnis oder Weihnachten ist ganz viel Liebe oder Weihnachten ist der Hauptgewinn in deinem Leben. Die Kärtchen verteilt sie an der Hütte der Kirchengemeinde. So kommt sie mit den Besuchern des Weihnachtsmarkts ins Gespräch. Mit Erfolg, sagt Elisabeth Dörrer-Bernhardt. „Die Menschen lassen sich gerade zu Weihnachten gern ansprechen. Mit manchen kommt man dann auch ins Gespräch über Gott und die Welt.“

Der Vaihinger Weihnachtsmarkt ist für die Gemeinden inzwischen zu einem neuen Ort von Kirche geworden. Hier wird aber nichts verkauft, sondern verschenkt. Die kleinen Kärtchen, Giveaways, Streichhölzer oder Kekse bauen die Brücken zum Gespräch. Frau Dörrer-Bernhardt beschreibt, wie die Gespräche entstehen: „Da gibt es die Neugierigen, die Kritischen, aber auch viele, die sich gerne beschenken lassen. Und auch Leute aus den Gemeinden die sagen: Schön, dass Ihr da seid!“. Dabei lacht sie und man merkt ihr an, wie wohl sie sich in diesem Teil ihrer Arbeit fühlt.

Der Stand eröffnet Ehrenamtlichen eine Mitarbeit, die sich auch nur punktuell engagieren möchten. Mitmachen kann jeder. Zur Unterstützung stehen Hauptberufliche im Hintergrund zur Verfügung: „Die kommen gerne. Das macht ja auch Spaß, einfach mal so im Publikumsverkehr zu stehen. In den Passantengesprächen tauchen eben ganz schnell Themen auf, die im Kirchenraum sonst nicht zur Sprache kommen.“

Wie passen christliche Botschaft und Glühwein zusammen? Beide laden zum Verweilen, zum Innehalten mitten in der Stadt ein. Elisabeth Dörrer-Bernhardt sieht eine Rückwirkung in die Gemeinden : „Dieses Hinausgehen ermöglicht interessante Begegnungen.“ Kirche an vielen Orten wird in diesen vielen kleinen Begegnungen griffig.

Die Weihnachtshütte in Vaihingen zeigt: die christliche Botschaft verändert sich. Glaube wird hier nicht mehr von oben herab verkündigt. Er wird im Gespräch auf Augenhöhe weitergegeben. „Gott kommt nach wie vor in die Welt“, sagt Elisabeth Dörrer-Bernhardt, „aber nicht mehr als Frage-Antwort-Spiel. Im konkreten Geschehen, in den Worten der alltäglichen Begegnung ereignet sich hier das Evangelium.“

 

Durch das Anklicken des Buttons "Ich stimme zu" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies und der Datenverarbeitung durch die Webanalyse Piwik einverstanden. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter Datenschutz.   Ich stimme zu