Nachhaltiger Sonntag – am Tag

Der Tag bietet viele Möglichkeiten:

Indoor

Der sonntägliche Ressourcenverbrauch

Es ist Sonntag. Wir stehen auf, waschen uns, putzen Zähne, frühstücken. Dann machen wir einen Cut und halten die sonntägliche Routine an. Wir schauen zurück: Bei all den Handlungen, die wir ganz selbstverständlich getan haben, haben wir – auch versteckte, nicht direkt oder auf den ersten Blick sichtbare – Ressourcen verbraucht: (virtuelles) Wasser, Strom und Heizung, sowie Lebens-/Nahrungsmittel – mit all ihrer vorgelagerten Produktionsketten. Wir schreiben unseren Verbrauch auf eine Liste und beauftragen eine/n aus der Familie, die Liste den ganzen Tag fortzuschreiben, z.B. Kleidung, Sonnencreme, Fußball usw. Beim Abendessen liest der/die Beauftragte für den familiären Ressourcenverbrauch die Liste vor. Haben wir wenig, haben wir viel verbraucht?

 

Einen Mini-Garten basteln

Aus einem Tetrapack, Erde und Samen für Kräuter oder Kresse wird ein Mini-Garten gebastelt. Man braucht zusätzlich noch ein Messer, einen Bastelkleber und buntes Papier. Dann kann es losgehen: Tetrapack zurechtschneiden, bekleben, Erde rein, Samen … und fertig ist der Mini-Garten.

Die ausführliche Anleitung findet Ihr hier.

 

Spielenachmittag

Man spielt miteinander und in den Spielpausen kann man sich austauschen, was gemeinsam Spaß macht und ressourcenschonend ist.

 

Spiele selber basteln

„Tic-Tac-Toe“ oder „Mensch ärgere Dich nicht“ oder

„Mühle“ kann man aus einer Stofftasche und Kronkorken selber basteln. Erst basteln, dann spielen.

Die genaue Anleitung gibt es hier.

 

Frühlingsdeko für dein Fenster

aus Klopapierrollen

Auch das ist eine einfach Bastelidee, die ohne

viel Aufwand möglich ist. Wichtig: eine Weile

Klopapierrollen sammeln und die genaue

Anleitung hier.

 

„Wohnhaus“ für Ohrenkneifer

Im Haus nervt uns der Ohrwurm, oft Ohrenkneifer genannt, nicht selten. Im Garten ist er ungemein hilfreich. Denn er ist ein Helfer bei der Blattlausbekämpfung. Warum also nicht für ihn eine Unterkunft einrichten, sozusagen sein „Wohnhaus“.

Dazu braucht ihr

-          einen alten Tontopf

-          etwas Holzwolle

-          einen robusten Faden und kleinen stabilen Stock oder einen längeren, festen Stab

-          wenn ihr wollt, etwas Farbe, um den Topf anzumalen

Was müsst ihr tun?
Wenn ihr den Topf aufhängen wollt, dann zieht den Faden durch das Loch im Boden des Topfes. Das Ende, das aus dem Innern des Topfes herausschaut, bindet um den kleinen Stock, der quer in den Topf passt.

Dann füllt ihr den Topf großzügig mit Holzwolle, damit sich der Ohrwurm wohl fühlt.

Dann zieht an der Schnur, so dass der kleine Stock sich verkeilt und dabei die Holzwolle fixiert.

Und schon könnt ihr das Haus für die kleinen Helfer aufhängen, in einem Baum oder an einen Strauch und die natürliche Blattlausbekämpfung kann beginnen.

Wenn ihr den Tontopf nicht aufhängen wollt, könnt ihr auch einen festen, längeren Stab in die Erde zwischen den Pflanzen stecken und den Topf darauf stecken.

 

Outdoor – im und um den Garten

Den Tag begrüßen

Wir gehen in den Garten und stellen uns hüftbreit auf. Wir klopfen unsere Füße, Waden, Schenkel, den Po wach. Rechtes Bein und linkes Bein. Wir stehen fest verankert auf der Erde, als würden Wurzeln aus unseren Füßen wachsen. Wir halten inne und sind dankbar für die Erde, die uns trägt und ernährt. Wir schließen die Augen und atmen dreimal tief in den Bauch, auf dem unsere Hände liegen. Wir sind dankbar für die Luft, die uns am Leben erhält. Wir öffnen die Arme nach oben und lassen das Licht und die Wärme der Sonne in uns strömen. Wir sind dankbar für die Energie, die uns durchströmt und Kraft gibt. Wir „übergießen“ uns mit ihr, indem wir die Hände von oben am Körper entlangführen. Wir danken Gott für diesen neuen Tag, die Erde, unseren Körper, die anderen und starten frohgelaunt in den Nachhaltigen Sonntag.

 

Entdeckungsreise Garten

Wir stellen uns an die Ecken des Gartens, vier Ecken, bei mehr als vier Familienmitgliedern können mehrere in einer Ecke stehen. Wir schauen uns um. Was sehen wir? Jede/r beschreibt im ersten Schritt seinen Blick auf den Garten: „Von meiner Ecke aus sehe ich zuerst auf das Rosenbeet…“ „Von meiner Ecke des Gartens aus sehe ich…“

Im zweiten Schritt beschreibt er/sie das, worauf er/sie steht: Rasen, Fliesen…Wie fühlt sich das barfuß an?

Im dritten Schritt schauen wir auf Licht und Schatten: Jede/s beschreibt den Verlauf der Schatten, den Stand der Sonne, die dunklen und hellen Bereiche.

Im vierten Schritt drehen sich alle um 180 Grad und beschreiben, was sie jetzt sehen im Nachbargarten, auf der Straße usw.

Im fünften Schritt laufen alle auf den Mittelpunkt des Gartens zu und achten da auf die Veränderungen. Anschließend treffen sich alle in der Mitte. Gemeinsam hören wir auf die Geräusche des Gartens und riechen den Geruch. Was hören wir, was riechen wir?

 

Die Geschichte: Der blühende Garten

Eine/r liest: Ein Mann entschied sich seiner Frau etwas Gutes zu tun und wollte ihr den schönsten Garten schenken, den sie je gesehen hatte. Der Mann plante einen Garten mit vielen farbenfrohen, wohlduftenden und exotischen Blumen, Bäumen, Sträuchern und Hecken. Als der Frühling kam setzte er seine Planung in die Realität um. Seine Frau war entzückt von der Farbenpracht und gratulierte ihrem Gatten.

Der Mann war glücklich. Doch kurze Zeit später erblickte er an einer Stelle ein Unkraut. Er entfernte es und sah sogleich ein weiteres. Auch dieses entfernte er sofort und entdeckte ein weiteres. Das zog sich den ganzen Sommer hin. Je länger sich der Mann mit dem Unkraut auseinander setzte, desto mehr vernachlässigte er seine blühenden Pflanzen. Der anfänglich so schöne Garten verwelkte mit der Zeit, bis fast gar nichts mehr übrig war.

Der Mann sah seinen Garten an und war fassungslos. Was hatte er denn falsch gemacht? Er hatte den ganzen Sommer hinweg geschuftet und jedes Unkraut entfernt. Er war den Tränen nah. Da blickte er zu seinem Nachbarn, der den schönsten und blühendsten Garten pflegte, den er je gesehen hatte. Der Mann ging sofort zu seinem Nachbarn und wollte sein Geheimnis erfahren.

Der Nachbar begrüßte den Mann und meinte, da gäbe es kein Geheimnis. Bei ihm blühe der Garten, weil er sich nicht um das Unkraut kümmere. Er kümmere sich um die Pflanzen, welche er nähren wollte. Anstatt das Unkraut zu bekämpfen würde er Pflanzen setzen, welche dem Unkraut die Nährstoffe wegnehmen würden.

Der Mann war fassungslos, weil er den ganzen Sommer schuftete, um das Unkraut zu entfernen anstatt sich um den Garten zu kümmern. Das nächste Jahr würde er es anders angehen.

Quelle: unbekannt

 

Nach dem Lesen der Geschichte können die Hörer*innen und der/die Leser*in einen Rundgang im eigenen Garten machen und nach den  blühenden Pflanzen Ausschau halten und nach dem Unkraut, das vielleicht jetzt neu bewertet werden kann.

 

Barfußübung

Man geht eine Weile oder eine längere Strecke barfuß. Ein Gedanke dazu: Barfüßigkeit ist ein der Ehrfurcht wie bei Mose (Exodus 3), der die Schuhe ausziehen soll, weil er auf heiligem Boden steht. Die Schöpfung ist heiliger Boden, der barfuß besser erspürt werden kann.

Es kann auch tagsüber ein Barfußparcours angelegt werden, der abends von Gästen begangen wird.

 

Unkraut - Heilkraut

Das meiste Unkraut ist ein Heilkraut! Löwenzahn, Giersch, Gänseblümchen, Guntermann, Brennnessel, Schafgarbe…Motto: Aufessen anstatt bekämpfen!

Tagsüber werden solche Heilkräuter gesammelt, ihre Namen und ihre Wirksamkeit werden in einem Buch oder im Internet erforscht und abends machen sie den Salat noch bunter! (Buchtipp: Diane Dittmer: Wald- und Wiesen-Kochbuch, GU)

 

Die Eroberung des Pfarrgartens

Viele Kirchengemeinden haben einen Pfarrgarten. Meist ist er mit praktischem Rasen bepflanzt, der leicht zu pflegen ist, weil sich niemand so richtig darum kümmern will.

Die Aufgabe für diesen nachhaltigen Sonntag besteht darin, aus dem Garten ein Biotop zu machen, dass für ganze viele Pflanzen und Tiere ein neues Zuhause bietet. Und weil es Sonntag ist und Gartenarbeit verboten ist, nutzen wir den nachhaltigen Sonntag, um den neuen Pfarrgarten in mehreren Schritten zu planen. Wie gehen wir vor? Wen fragen wir? Wen gewinnen wir für die Mitarbeit? Wann erledigen wir was (wann ist es sinnvoll von der Jahreszeit her etc.)? Was bedeutet in diesem Zusammenhang nachhaltig (z.B. naturverträglich, insektenfreundlich)? usw. Wenn alle Fragen geklärt sind, geht es an die Umsetzung an den kommenden Samstagen. So wird aus dem nachhaltigen Sonntag eine Reihe von nachhaltigen Samstagen und ein nachhaltiger Pfarrgarten. 

 

Outdoor – unterwegs

Auf der Suche nach dem Ursprung

Mit dem Fahrrad oder zu Fuß machen wir eine Tour durch die nähere Umgebung. Wir suchen alles, was nachwächst. Pflanzen, klar, Bäume, selbstverständlich. Steine? Häuser? Wege?

Manches in unserer Umwelt wächst einfach so ohne unser Zutun. Anderes wird hergestellt und wir wissen nicht genau, woher es kommt und wer es macht.

Also machen wir uns auf die Suche nach dem Ursprung der Dinge: Wer stellt eigentlich was her bzw. zur Verfügung? Der Radweg? Die Garage? Die Schubkarre?

Im Verlauf der Radtour oder der Wanderung stoßen wir auf immer mehr Unwissen über die Herkunft der Dinge und entdecken, von wie vielen Menschen unser Leben abhängig ist und dass die Dinge um uns herum nicht einfach so nachwachsen.

Wer will kann am Abend über den Ursprung der Dinge philosophieren: Woher kommt das All? Was war am Anfang? Welche Rolle spielt Gott bei seiner Schöpfung?

 

Im Farbenrausch

Auf dem Spaziergang bei der Fahrradtour, im eigenen Garten werden Farben gesucht: jede Person entscheidet sich für eine Farbe und entdeckt sie an diesem Tag in der Natur oder auch in der Wohnung. Wer seine/ihre Farbe gefunden hat, macht ein Foto. Am Abend werden die schönsten einander gezeigt. Die Sache wird umso spannender, je exotischer die Farben sind: lila, curry, pink, …

 

Wasser

Ein Nachhaltiger Sonntag kann dem Wasser gewidmet werden: vielleicht regnet es und man unternimmt einen Regenspaziergang mit Schirm oder Regenjacke; man packt die Badesachen ein und geht Schwimmen; man geht bewusst barfuß im Regen; man besucht auf dem Spaziergang die Kirche, nimmt Weihwasser und sucht das Taufbecken (auf). Auf dem Weg oder am Abend kann man sich über Wasser austauschen: Was bedeutet Wasser? Was bedeutet es mir? Welche Wasseranekdote fällt mir ein? Wie erfahre ich die beiden Seiten von Wasser: lebenswichtig und gefährlich?

 

En passant den Müll in die Tüte

Bei einem Spaziergang kann man Tüte mitnehmen und Handschuhe und nebenbei den Müll, den man findet, gleich wegräumen. Eine Putzaktion kann auch das zentrale Anliegen einer Outdooraktion sein.

 

Maler*in oder Dichter*in werden

Auf den Spaziergang oder die Wanderung nimmt man Papier und Stifte/Farben mit, sucht sich einen schönen Platz, verweilt und bringt  inspiriert von dem schönen Ort Gedanken oder Bilder zu Papier. Wenn dies mehrere tun, können die Gedanken am Abend einander vorgelesen werden oder die Bilder gezeigt werden.

 

Materialien sammeln – eine Spirale legen

Unterwegs werden Materialien gesammelt, die dann zu einer Spirale gelegt werden können: Steine, Holzstücken, …Wenn die Spirale fertig ist, kann sie begangen werden und man kann über die Erfahrung ins Gespräch kommen: Die Spirale ist ein Bild für den  zyklischen Rhythmus der Natur und des Lebens.

 

Unterwegs mit einem Apfel

Alle nehmen auf die Wanderung oder Radtour einen Apfel mit als (alleinige) Verpflegung einen Apfel mit. Währen der Mittagspause ist Apfelzeit: langsam und genießend essen alle ihren Apfel, als ob es der erste Apfel wäre, den man isst.

 

„Ich sehe was, was Du nicht siehst.“
Um die Welt um uns herum, die Schöpfung gut zu schützen, hilft es, einen aufmerksamen Blick für sie zu haben.
„Was wächst da?“

„Wer bewegt sich da?“

„Welches Tier wohnt da?“

„Wer hat hier seine Spuren hinterlassen?“

„Was passiert da gerade?“

„Wie sieht das aus?“

Viele Fragen könnte man stellen, um eine kleine Wunder zu entdecken. Macht euch heute mit allen Sinnen auf eine Wunder-Entdecker-Tour durch die Stadt, durch das Dorf, über das Feld, durch den Wald, an den Fluss …

Schaut euch genau um, und immer wenn eine*r etwas sieht, hört, riecht, fühlt, schmeckt, was für sie oder ihn wie ein kleines Wunder in unserer Schöpfung ist, dann gibt sie/er ein Zeichen. Alle bleiben stehen und die/der Entdecker*in sagt:

„Ich sehe (höre, rieche, fühle, schmecke) was,

was Du nicht siehst (hörst, riechst, fühlst, schmeckst), und das ist ein kleines Wunder.“

Natürlich könnt ihr auch klassisch die Farbe nennen oder das Geräusch, den Duft beschreiben oder … Da seid ihr sicher selber sehr kreativ. Das Wichtigste ist, dass ihr aufmerksam seid für diese kleinen Wunder. Schaut, hört, riecht, fühlt, schmeckt sie gemeinsam und bewundert all das, was die Schöpfung uns schenkt.

 

 Upcyling-Projekte

Ein riesiges Thema der Nachhaltigkeit ist unser Müll. Durchschnittlich produziert ein deutscher Bürger über 600 kg Müll pro Jahr. Das ist mehr, als drei Shetlandponys wiegen.

 

Sammelt heute mal allen Müll, der bei euch entsteht: vom kleinen Bonbonpapier, über das Papiertaschentuch und die Verpackung der Nahrungsmittel bis zum Karton, den ihr aussortiert.
Natürlich könnt ihr, wenn ihr wollt, den Müll auch gleich sortieren, damit er am Abend an der richtigen Stelle entsorgt wird.  Ihr könnt alles aber auch zunächst auf einem Haufen sammeln und dann am Abend auseinandersortieren. So seht ihr auf jeden Fall die gesamte Menge auf einmal.
Dann schaut ihr euch am Abend gemeinsam an, wie viel und welchen Müll ihr heute produziert habt. Könnt ihr in Zukunft den einen oder anderen Müll reduzieren?

 

Und dann überlegt mal, ob es etwas gibt, aus dem ihr noch etwas machen könnt.
Denn bei so viel Müll gibt es auch die eine oder andere Möglichkeit, einiges noch anders zu nutzen, umzufunktionieren. „Upcycling“ nennt sich das. Es gibt viele Varianten, etwas wiederzuverwerten. Siehe unter Indoor: Spiele  selber basteln, Deko aus Klopapierrollen, Gewürz- oder Kressegarten im Tetrapack (siehe indoor Ideen).

Unterbrechung am Tag - Übungen

Atmen

Innehalten – den Atmen spüren, aber nicht beeinflussen – wahrnehmen, wie er kommt und geht – mit dem Ausatmen ein inneres „Ja“ verbinden

 

Innehalten und Danken

Innehalten – sich umblicken – wahrnehmen – innerlich oder mit frei gesprochenen Worten danken – eventuell sich verneigen

 

Siesta

Ich lege mich auf den Boden auf den Rücken, eventuell mit einer Unterlage und etwas (Jacke, Kissen) unter dem Kopf. Ich schließe die Augen und nehme wahr, wo ich Kontakt zum Boden habe und wo nicht. Bei jedem Ausatmen lasse ich den Kontakt zum Boden stärker werden und wandere so in meinem Bewusstsein von den Fersen bis zum Kopf. Anschließend verweile ich einige Minuten in dieser Wohlspannung (Eutonie) und beende die Übung mit größer werdenden Bewegungen und einigen kräftigen Atemzügen.

 

Material

- Karten Am Tag

Durch das Anklicken des Buttons "Ich stimme zu" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies und der Datenverarbeitung durch die Webanalyse Piwik einverstanden. Detaillierte Informationen erhalten Sie unter Datenschutz.   Ich stimme zu