Glaubenskommunikation/-kurse

Über Glauben ins Gespräch kommen

- was Glaube ist, wie und was jede:r Teilnehmende am Setting glaubt, wie Glaube gelebt werden kann, welche Impulse den Glauben weiterbringen könnten;

-  gemeinsam suchen, voneinander lernen und erfahren; darauf vertrauen, dass im gemeinsamen Dialog etwas entsteht, was allen helfen kann und sie weiterbringt.

- nicht Unterricht, nicht Vermittlung, nicht Beschränkung, sondern Förderung spiritueller Autonomie und religiöser Selbstbestimmung

- kein Gefälle zwischen Wissenden und Nichtwissenden, Gläubigen und Nichtgläubigen, sondern gemeinsames Suchen und voneinander Lernen

- jede Person ist Leutetheolog:in und Zeug:in ihres Lebens und Glaubens, jede Person ist lernbereit und will sich persönlich weiterentwickeln

 

Diese Eigenschaften der Glaubenskommunikation sind gleichzeitig Standards, die von allen Formaten zu erfüllen sind, damit Glaubenskommunikation die persönliche religiöse Selbstbestimmung fördert.

 

Folgende Personengruppen sind zukünftig besonders relevant:

 

Spirituelle Wanderer:innen

Sie sind auf der Suche nach Spiritualität, Sinn und Glaubensformaten. Entsprechend forschen sie nach Angeboten, Settings und Gleichgesinnten, mit denen sie ihr Suchen für eine gewisse Phase teilen können.

Meist kennen sie das christliche Repertoire, oft auch andere Religionen und Spiritualitäten. In der Regel suchen sie mehr als das klassische Glaubensrepertoire, oft haben sie dieses hinter sich gelassen und wollen neue Wege bestreiten. Sie bestehen auf ihrer persönlichen Glaubensautonomie und leben eine subjektive Religion, die unterschiedliche Impulse und Praktiken integriert. Wie die Studie zu den Spirituellen Wanderern besagt, sie sind ihre eigenen Päpste und Dogmatikprofessor:innen.

Die Begrifflichkeit stammt von dem Forscherteam Christoph Bochinger, Martin Engelbrecht und Winfried Gebhardt.

Z.B. erreichen wir in den jährlichen Glaubenskursen von station  s genau diese Gruppe. Sie sind auch Teilnehmende der Kurse im Sonnenhaus Beuron oder in anderen geistlichen Zentren und der Erwachsenenbildung.

 

Mild Religiöse

Die Gruppe der mild Religiösen lebt Religion im Stand by. Anlassbezogen und biographieorientiert wird Religion nachgefragt und wahrgenommen. Ihre Frömmigkeit ist eine Volksfrömmigkeit, meist keine dauerhafte Praxis und keine spirituellen Hochseilakte.

Die Praxis von Religion, wenn sie geübt wird, ist hybrid:

  • verbunden mit Dingen (Engel, Kreuze, Räume)
  • verbunden mit Körper (Pilgern, Yoga, Singen, Jugum, Werkeln)
  • mit dem Kirchenjahr (Weihnachtschristentum, Martin, Fasnet)
  • mit Biographie (biographische Anlässe)
  • mit Natur und Kultur (Outdoor, Genuss, Musik)

Mild Religiöse sind für Glaubenskommunikation in diesen Kontexten ansprechbar, aber die Formate müssen hybrid sein, biographisch anknüpfen und bekömmlich sein.

Die Begrifflichkeit stammt von dem Pastoraltheologen Kristian Fechtner.

Pilgern auf dem Martinsweg, offene Singangebote, z.B. in D12 in Böblingen, Weinverkostung mit Sinnimpulsen, Elternabende im Rahmen der Sakramentenpastoral, die biographisch fokussiert sind, …

 

Erwachsene, die sich (vielleicht) taufen oder firmen lassen wollen, die sich neu oder wieder für den christlichen Glauben interessieren

Diese Gruppe ist relativ neu und könnte größer werden, wenn sie gesehen wird und ihnen Räume eröffnet und Angebote gemacht werden. Sie ist aber nicht homogen. Es verbindet sie aber die subjektive Orientierung, sie suchen religiöse Praxis und Glaubensformate für ihre subjektive Orientierung und Biographie. Die eingangs benannten Standards sind auch von dieser Gruppe gewünscht.

Diese Gruppe braucht Glaube/Religion für Einsteiger:innen in einer elementarisierten Weise.

Unserer Erfahrung nach wollen sich die Teilnehmenden untereinander austauschen und stärken. Je nach biographischer Situation – junge Erwachsene, kleine Kinder – muss das Angebot bekömmlich und überschaubar sein.

Hier kann sich eine gastgebende Kirche mit Willkommenskultur profilieren. Wir haben bisher die Erfahrung gemacht, dass gute Angebote Nachfrage erzeugen und bedienen.

Angebote sind zum Beispiel Firmung für Erwachsene, die neue Workshop-Reihe wunderbar menschlich oder ein neuer Einsteigerkurs der Erwachsenenbildung zusammen mit der Dekanatsgeschäftsstelle Stuttgart. Alpha gehört aus unserer Perspektive nicht dazu, es sei denn die Durchführenden erfüllen die eingangs benannten Standards.

 

Kommunikation mit Christ-, Gott- und Lebensgläubigen

Hier finden Sie einen Grundsatztext zur Kommunikation mit Christ- Gott- und Lebensgläubigen.


Der Text stellt gleichzeitig das Programm der Kirchenentwicklung im Blick auf oben definierte differenzierte Kommunikation dar.

 

 

Zum Lebensglauben und Lebensgläubigen

Christoph Theobald beschreibt in seinem Buch Christentum als Stil den Lebensglauben als grundlegenden Glauben, den jeder Mensch zum Leben braucht, der aber nicht garantiert ist, sondern sich in Begegnungen und Beziehungen aktualisiert. 

Hier finden Sie die ausführliche Konzeption zum Lebensglauben aller Menschen und zum Christusglauben von Christ:innen. Theobald sieht die aktuelle Aufgabe des Christentums in Europa, Lebensglauben zu entdecken, zu stärken und zu ermöglichen. Missionarische Pastoral bedeutet für ihn genau dieses, nämlich den Christusglauben in den Dienst des Lebensglaubens der Menschen zu stellen.  

Einen Online-Kurs zum Thema Glaube, Lebensglaube, Glaube Jesu und Glaube Gottes finden Sie auf der Sinnsucherseite: www.sinnsucher.plus/glaube-fuer-sinnsucher-innen.html  

 

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